Abschalten im Snoezelraum – für Kinder und Ältere

Abschalten im Snoezelraum – für Kinder und Ältere

Mit zusammen 3700 Euro ermöglicht Help im Kindergarten Guldenweg und im Bonhoeffer-Haus für Senioren Oasen der Besinnung.

Bing, eine Nachricht in WhatsApp. Bing, eine Freundin postet ihr Mittagessen auf Instagram. Bing, schon wieder 23 ungelesene Mails – und wir müssen doch noch die Welt retten. Eine Welt, die stressig geworden ist. In der Arbeitswelt, wo die Aufgaben mehr und mehr zunehmen. In der Freizeit, in der die Arbeit oft längst nicht endet – und in der digitale Geräte ebenfalls nahezu rund um die Uhr nach unserer Aufmerksamkeit piepsen.

Diese Erwachsenenwelt färbt ab. Auf unsere Kinder. Und auch die Älteren spüren diese Unruhe.

Szenenwechsel. Der Raum ist abgedunkelt, von ruhigem, blauen Licht durchflutet. Der Duft von Ölen liegt in der Luft. Klangschalen erklingen. Das Musikbett lässt die Schwingungen der Töne den eigenen Körper berühren. An der Decke ein angedeuteter Sternenhimmel. Es ist der Snoezelraum der Lampertheimer Kindertagesstätte Guldenweg.

Licht, Klänge, Düfte und Musik lösen Wohlbefinden aus, innere Ruhe, Zufriedenheit, Gelassenheit oder Freude. Das Snoezelen weckt Erinnerungen und unterstützt die Selbstreflexion. Es hilft, Kraft zu sammeln und Ideen zu entwickeln. Es schaltet die stressige Bing-Bing-Bing-Welt aus.

Der Snoezelraum der Kindertagesstätte Guldenweg

 

Angeschafft hat die Kindertagesstätte die Ausstattung des Raums im Wesentlichen mit Mitteln unseres Fördervereins Help. Auf 2200 Euro beläuft sich die Spende – Geld, das die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit dem Verkauf von Crepes, Hotdogs und Glühwein aus dem Lampertheimer Weihnachtsmarkt erwirtschaftet haben.

„Die Kinder lieben unseren Snoezelraum“, sagte die Leiterin der Kita Guldenweg, Ute Guthier, in einer kleinen Feierstunde, in der der Förderverein Help einen symbolischen Scheck übergab. „Wenn er mal an einen Nachmittag geschlossen bleibt, fragen sie sofort nach, wann er wieder öffnet.“

Ute Guthier (Zweite von rechts), Leiterin der Kita Guldenweg, nimmt einen Scheck im Wert von 2200 Euro entgegen. Mit dabei auch Erster Stadtrat Jens Klingler (links). Daneben vom Help-Vorstand Michael Bayer, Simone Kissel, Özlem Kamisli-Bayer und ganz rechts Karin Bitsch.

Dietrich-Bonhoeffer-Haus greift die Idee auf

Zur inneren Ruhe finden, Kraft tanken – wäre so ein Raum nicht auch etwas für ältere Lampertheimer? Das fragte sich der Vorstand unseres Fördervereins – und gab diese Frage weiter an Henning Krey. Er leitet das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Hospitalstraße. Es bietet 133 vollstationäre Pflegeplätze in wohnlichen Einzelzimmern, drei Kurzzeitpflegeplätze sowie einen Beschützten Wohnbereich für Menschen mit Demenz.

Und nach einem Besuch in der Kindertagesstätte Guldenweg sagten Krey und sein Team: ja – das wäre wunderbar. Auch der Beirat der Bewohner begeisterte sich für die Idee. Und Help – was wir mit einer Spende von 1500 Euro zum Ausdruck bringen – als erster Grundstock für ein Snoezelraum im Bonhoeffer-Haus.

Henning Krey, Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Haus, freut sich gemeinsam mit dem Bewohnerbeirat über 1500 Euro.

Erster Stadtrat Jens Klingler lobt Help und die Kita Guldenweg

Jens Klingler, als Erster Stadtrat auch für die kommunalen Kindergärten verantwortlich, erinnerte daran, dass unserer Förderverein in den vergangenen neun Jahren insgesamt fast 30.000 Euro gespendet habe. Dass dabei der Kindergarten Guldenweg im Vordergrund stand, sei kein Zufall. „Es ist eine Auszeichnung Eurer besonderen Arbeit“, sagte er an das Team der Kita gerichtet.

Die kommunale Kindertagesstätte im Wohngebiet Guldenweg bietet Platz für bis zu 115 Mädchen und Jungen zwischen zwei bis sechs Jahren sowie drei Einzelintegrationen. Das Team setzt auf eine offene Gruppenarbeit. „Es ist für uns wichtig, den Kindern alle Gruppenräume, sowie Flur und Außengelände als Spiel- und Aktionsraum zur Verfügung zu stellen. Die Kinder können selbst bestimmend entscheiden, welche Spielangebote sie wahrnehmen möchten, wobei die bestehenden Regeln zu beachten sind“, heißt es in dem pädagogischen Konzept.

Help-Sprecher Michael Bayer erinnerte an die Entstehung des Fördervereins: „Er hat hier im Kindergarten seinen Ursprung.“ Begonnen habe alles als Elternbeirat der Einrichtung, später dann – als der eigene Nachwuchs in die Schule wechselte – als freie Elterninitiative. Schließlich entstand aus dieser Gruppe heraus der Förderverein.

Weitere Spenden zugunsten von Schülerinnen und Schülern

Help unterstützt in diesem Jahr auch die Schülerpatenschaft Räuberleiter und die Schülervertretung des Lessing-Gymnasiums.